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2014-Juni-24

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Die rechte Seite des Motives sah mir noch etwas kahl aus – also wurde hier eine gute Tour Dunkelgrau (vertreten durch Dunkelbraun) hinauf und wieder hinunter geschickt. Gegen Ende wurde das etwas verzwickter: Es ist deutlich, dass ich nochmal zwei Fäden starten muss. Das konnte ich nicht verhindern; ich kann aber dafür sorgen, dass diese ohne große Probleme auch nach unten rieseln können.

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Das ist das Gegenteil von „gerade begonnen“: Die Fläche ist gut gefüllt; es fehlen nur noch sehr vereinzelte Stiche. In diesem Falle war es Mittelgrau und gerade einmal drei Stiche. Solche kleinen Aktionen sind etwas unschön, da ich bei größeren Stichmengen die Wolle besser auf der Rückseite verankern kann. Weiterhin kann man Wolle (auch bei Einzelstichen) weitaus besser verankern, wenn dort später noch viel drumherum kommt.

Hier kommt aber nichts mehr später drumherum: Die Fläche ist fertig. Auf der Rückseite sieht das dementsprechend ungewöhnlich aus.

Aber es gibt Schlimmeres: Wenn man nur einen einzelnen Stich inmitten ansonsten fertiger Fläche einbauen muss, muss der auf der Rückseite sicherheitshalber direkt mehrfach geknotet werden.

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Noch mehr „vereinzeltes Lückenfüllen“ mit Mittelgrau. Hier sind es zumindest ein paar Stiche mehr; das bietet dann auch mehr Optionen bezüglich der Selbstverankerung auf der Rückseite.

20140624_4Mittelgrau war gerade auf/in der Nadel und wurde hier auch noch gebraucht. Also wurde hier fortgesetzt.

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Eigentlich wollte ich mit dem Rest Mittelgrau auf der Nadel hier anfangen und später fortsetzen. Es hätte auch sein können, dass ich damit noch weiter nach links angreife.

Stattdessen wurde es sehr knapp und hat dann gerade genau für diesen Flächenabschnitt ausgereicht.

2014-Juni-22

2014-06-22

Im Vergleich zu Stickmotiven gibt es hier keinen „angefangen Faden“, den man an anderen Bildstellen noch aufbrauchen könnte. Jeder Knoten „lebt“ für sich und so ist es auch einfacher, Zeile für Zeile vorzugehen.

Als Resultat wächst das Bild dann auch zeilenweise – ähnlich wie bei einem alten Farbtintenstahldrucker oder gar Nadeldrucker. Man könnte fast darüber nachdenken, ein Gerät zu bauen, welches die Knüpferei alleine macht – aber wo wäre dann noch der Spaß dabei?

2014-Juni-17

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Der hellrote/rosa Anteil des Turmes wird fortgesetzt.

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Dort fehlte auch noch ein kleiner brauner Pixel. Der ist jetzt gefüllt.

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Klassisches „wenn man den Faden eh hat“: Hier wurde etwas flächiger gefüllt.

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Und auch in dieser Ecke füllte das dunkle Braun ein wenig Fläche.

2014-Juni-05

2014-06-05

Mit ein wenig mehr Übung braucht man für jeden einzelnen Knoten nicht mehr so ewig viel Zeit. So ist das dann kein Wunder, dass das Projekt gut fortschreitet.

Insbesondere ist hier gut zu sehen, wie „voll“ das wirklich aussieht – kein Vergleich zu „Kreuzstich mit zwei Fäden“.

2014-Mai

 

2014-Mai-06

2014-05-06
Das gräuliche Grün fängt langsam an, den Fluss zu berühren

2014-Mai-23

2014-05-23
Aktuell suche ich mir immer eine Farbe aus, die in der untersten noch nicht vollbestickten Zeile zu finden ist. In diesem Fall war es Dunkelgrün

2014-Mai-30

2014-05-30
Hellblau war als nächstes dran. Ich finde, das ist eine sehr freundliche Farbe, die hier gute Teile des Flussinneren startet.

Nachtrag aus der Plastikwelt

Einen weiteren teil-positiven Punkt möchte ich noch nachreichen. Meine „wenig positive“ Erfahrungen mit dem Plastik-Delfin-Set hatte ich auch an den Händler kommuniziert – der ist als Ansprechpartner auf der Verpackung vermerkt.
Als Reaktion traf ein Paket bei mir ein:

Paket

Das beigelegte Anschreiben bedankt sich für die Kritik, verspricht Weiterleitung an Lieferanten, verweist auf die diskussionslose Umtauschmöglichkeit und will mit dem Kartoninhalt als kleiner Aufmerksamkeit entschädigen.

Ob sich da tatsächlich Dinge bessern, kann ich schlecht beurteilen. Ich kann allerdings nur loben, dass es tatsächlich eine so positive Antwort gab. Ich wünschte, es wäre nicht lobenswert; leider gibt es Firmen, die auf Kundenbriefe nicht (oder nicht so produktiv) reagieren.

Der Kartoninhalt ist aus dem Ladensortiment. Bei Süßigkeiten kann man nicht viel falsch machen und Mal-/Bastelsachen kann man immer mal gebrauchen. Zynischerweise waren hier auch ein paar Stickbilder beigelegt und schon nach kurzer Zeit kann ich bestätigen: Es gilt quasi weiterhin alles, was ich beim Delfin festgestellt habe. Aus der Perspektive heraus, dass die Sachen verschickt wurden, bevor der Lieferant reagieren konnte (dieser Discounter plant und bestellt viele Monate in die Zukunft) ist das aber auch nicht überraschend.

2014-April-20

2014-04-20

Auch das etwas hellere Grün füllt mehr Fläche in der Ecke unten rechts.

2014-April-18 – Königsdisziplin

 

Ich war schon länger auf der Suche nach einem Knüpfset. Kreuzstich ist eine Kleinigkeit; Gobelin sieht schon mehr nach Bild und Füllung aus – aber geknüpfte Motive schienen mir doch immer noch das eindruckvollste zu sein. Ich wollte die Technik verstehen. Ich wollte wissen, was es mit dieser Spezialnadel auf sich hat. Ich wollte eine neue Herausforderung (dabei sollten mir die bisherigen Projekte eigentlich noch ein wenig reichen).

Leider gab es da bislang ein Preisproblem: Die Sets, die ich bisher gesehen hatte, waren mir zu teuer. Fairerweise: Auch Sticksets sind zum Regulärpreis nicht wirklich im bezahlbaren Bereich. Wenn ich da nicht unheimliches Glück mit Sonderangeboten gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich noch dutzendmal an diesem Hobby vorbeigegangen. „Ich wollt wieviel für ein Stickkissen? Und da ist weder Kissenhülle noch Füllkissen noch Kissenanleitung dabei?“

Dennoch blieb da die Sehnsucht, mal diese „Königsdisziplin“ in Angriff zu nehmen und so hatte ich schon länger mal eBay nach guten Angeboten durchsucht. Irgendwann war ich dann auch erfolgreich: Ein Set, vollständig, aber angefangen, dann wegen „nicht das Richtige wieder abgebrochen“. Ich bot, bekam den Zuschlag für weniger als zehn EUR und hatte etwas später das Set dann bei mir.

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Tatsächlich war da erst sehr wenig getan und schon nach wenigen Knoten verstand ich, warum: Bei dieser Technik merkt man sehr schnell, ob man die Ruhe und Geduld für ein komplettes Bild hat. Wenn ich das richtig gezählt habe, sind das 65×65 Knoten und meine ersten Versuchsknoten gingen schon in den Minutenbereich. Es lässt sich leich hochrechnen, dass man für das gesamte Bild *sehr* viel Zeit investieren muss.
Dabei ist das Nähen auf Kissenhülle noch nicht einmal mitgerechnet – auch hier fehlte jeder Hinweis, wie man aus dem „Knüpfkissen-Set“ ein Kissen machen soll. Material dafür war auch nicht dabei. Hier konnte ich das aber eher verzeihen als bei den 40-50 EUR, die der lokale Einzelhandel für ein äquivalentes Set als Preis festlegt.

Es ist aufwändig: Jeder Knoten wird einzeln gezogen. Sprich:

  • kurzes Stück Wolle auf der Nadel festhalten
  • Nadel durch ein Loch, unter einem Straminfaden her und durch das nächste Loch wieder hoch ziehen
  • Wollenden in die Nadel stecken
  • Nadel wieder zurückziehen (damit den Knoten bilden) und dabei hoffen, dass man weder Schlaufe noch andere Fäden mitnimmt – oder eines der Enden wieder verliert (passierte mir zu Beginn viel zu oft)
  • Wenn man den Knoten verloren hat: Lösen und neu versuchen
  • Wenn der Knoten fertig scheint: Festziehen. Dabei versuchsweise korrigieren, wenn ein Fadenende erheblich kürzer ist als das andere
  • Nächstes kurzes Stück Wollte in die Hand nehmen. Dabei nicht darüber nachdenken, wieviel Zeit der vorherige Knoten gebraucht hat.

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Hier hat man wie beim Sticken auch das Problem, dass man erst einmal nur einzelne Knoten auf dem Stramin hat – und viel viel Leere. Beim Knüpfen wird weiterhin noch empfohlen, dass man das komplett zeilenweise durchzieht; beim Sticken hat man mit „Faden eh in der Hand“ noch eine Ausrede, schneller etwas in die Fülle zu gehen. Das heißt beim Knüpfen, dass man knapp 600 Knoten hinter sich hat, bevor man das erste Quadrat in ansehlicher Größe bewundern darf. Damit ist man natürlich noch weit von „Ein Bild, bei dem nur noch ein paar Knoten fehlen“ weg.

Aber dann… Aber dann.. Auf einmal wirft man einen Blick darauf und die Wollenden ergeben eine Fülle, wie sie mit Kreuzstich oder Gobelin nicht mehr zu vergleichen ist. Ich bereue irgendwie schon jetzt, dass ich mich des Preises wegen für ein eher simples Motiv entschieden – und jetzt darauf committed – habe. Wenn ich vernünftig bin, beende ich erst dieses Bild, bevor ich das nächste Knüpfmotiv starte.

Hätte ich vorher gewusst, wie das später aussehen wird, hätte ich wahrscheinlich schon zu Beginn etwas mehr Geld investiert und mich für ein Motiv entschieden, an dem ich deutlich mehr Spaß habe.

2014-April-16

2014-04-16
In dieser Ecke wird nun auch Dunkelgrün stärker gefüllt.

2014-April-15, Jubiläum still verpasst

Wenn ich so auf den Kalender schaue, fällt mir auf, dass die erste Aufnahme am 27. März 2011 war. Somit ist still und leise das dritte Jahr seit Beginn des Projektes beendet und das vierte Jahr angebrochen. Am entsprechenden Jubiläums-Tag war ich sogar mit einem anderen Motiv beschäftigt. Das muss aber nicht „fehlender Respekt“ sein, sondern kann auch einfach „nicht am Projektort“ bedeuten.

Was soll man auch groß feiern? Angesichts der Pausen, anderer Motive und grundsätzlich anderer Baustellen (das ist ein Hobby – nicht Lebenszweck – und andere Dinge sind nun einmal häufig wichtiger) ist die Aussage „drei Jahre daran gearbeitet“ ohnehin nicht ganz die Wahrheit und „drei Jahre seit dem ersten Stich“ eher etwas fleischlos.

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In dieser Session wurde fein säuberlich etwas Mittelgrau durchgefädelt

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Als mentalen Ausgleich hier nun etwas Rot. Ohne viel Nachdenken einfach nur rote Fläche füllen – da ist kaum Potenziall für Fehler und so bekommt das Motiv auch wieder etwas mehr Bauch.