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2014-April-18 – Königsdisziplin

 

Ich war schon länger auf der Suche nach einem Knüpfset. Kreuzstich ist eine Kleinigkeit; Gobelin sieht schon mehr nach Bild und Füllung aus – aber geknüpfte Motive schienen mir doch immer noch das eindruckvollste zu sein. Ich wollte die Technik verstehen. Ich wollte wissen, was es mit dieser Spezialnadel auf sich hat. Ich wollte eine neue Herausforderung (dabei sollten mir die bisherigen Projekte eigentlich noch ein wenig reichen).

Leider gab es da bislang ein Preisproblem: Die Sets, die ich bisher gesehen hatte, waren mir zu teuer. Fairerweise: Auch Sticksets sind zum Regulärpreis nicht wirklich im bezahlbaren Bereich. Wenn ich da nicht unheimliches Glück mit Sonderangeboten gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich noch dutzendmal an diesem Hobby vorbeigegangen. „Ich wollt wieviel für ein Stickkissen? Und da ist weder Kissenhülle noch Füllkissen noch Kissenanleitung dabei?“

Dennoch blieb da die Sehnsucht, mal diese „Königsdisziplin“ in Angriff zu nehmen und so hatte ich schon länger mal eBay nach guten Angeboten durchsucht. Irgendwann war ich dann auch erfolgreich: Ein Set, vollständig, aber angefangen, dann wegen „nicht das Richtige wieder abgebrochen“. Ich bot, bekam den Zuschlag für weniger als zehn EUR und hatte etwas später das Set dann bei mir.

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Tatsächlich war da erst sehr wenig getan und schon nach wenigen Knoten verstand ich, warum: Bei dieser Technik merkt man sehr schnell, ob man die Ruhe und Geduld für ein komplettes Bild hat. Wenn ich das richtig gezählt habe, sind das 65×65 Knoten und meine ersten Versuchsknoten gingen schon in den Minutenbereich. Es lässt sich leich hochrechnen, dass man für das gesamte Bild *sehr* viel Zeit investieren muss.
Dabei ist das Nähen auf Kissenhülle noch nicht einmal mitgerechnet – auch hier fehlte jeder Hinweis, wie man aus dem „Knüpfkissen-Set“ ein Kissen machen soll. Material dafür war auch nicht dabei. Hier konnte ich das aber eher verzeihen als bei den 40-50 EUR, die der lokale Einzelhandel für ein äquivalentes Set als Preis festlegt.

Es ist aufwändig: Jeder Knoten wird einzeln gezogen. Sprich:

  • kurzes Stück Wolle auf der Nadel festhalten
  • Nadel durch ein Loch, unter einem Straminfaden her und durch das nächste Loch wieder hoch ziehen
  • Wollenden in die Nadel stecken
  • Nadel wieder zurückziehen (damit den Knoten bilden) und dabei hoffen, dass man weder Schlaufe noch andere Fäden mitnimmt – oder eines der Enden wieder verliert (passierte mir zu Beginn viel zu oft)
  • Wenn man den Knoten verloren hat: Lösen und neu versuchen
  • Wenn der Knoten fertig scheint: Festziehen. Dabei versuchsweise korrigieren, wenn ein Fadenende erheblich kürzer ist als das andere
  • Nächstes kurzes Stück Wollte in die Hand nehmen. Dabei nicht darüber nachdenken, wieviel Zeit der vorherige Knoten gebraucht hat.

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Hier hat man wie beim Sticken auch das Problem, dass man erst einmal nur einzelne Knoten auf dem Stramin hat – und viel viel Leere. Beim Knüpfen wird weiterhin noch empfohlen, dass man das komplett zeilenweise durchzieht; beim Sticken hat man mit „Faden eh in der Hand“ noch eine Ausrede, schneller etwas in die Fülle zu gehen. Das heißt beim Knüpfen, dass man knapp 600 Knoten hinter sich hat, bevor man das erste Quadrat in ansehlicher Größe bewundern darf. Damit ist man natürlich noch weit von „Ein Bild, bei dem nur noch ein paar Knoten fehlen“ weg.

Aber dann… Aber dann.. Auf einmal wirft man einen Blick darauf und die Wollenden ergeben eine Fülle, wie sie mit Kreuzstich oder Gobelin nicht mehr zu vergleichen ist. Ich bereue irgendwie schon jetzt, dass ich mich des Preises wegen für ein eher simples Motiv entschieden – und jetzt darauf committed – habe. Wenn ich vernünftig bin, beende ich erst dieses Bild, bevor ich das nächste Knüpfmotiv starte.

Hätte ich vorher gewusst, wie das später aussehen wird, hätte ich wahrscheinlich schon zu Beginn etwas mehr Geld investiert und mich für ein Motiv entschieden, an dem ich deutlich mehr Spaß habe.

2014-April-16

2014-04-16
In dieser Ecke wird nun auch Dunkelgrün stärker gefüllt.

2014-April-15, Jubiläum still verpasst

Wenn ich so auf den Kalender schaue, fällt mir auf, dass die erste Aufnahme am 27. März 2011 war. Somit ist still und leise das dritte Jahr seit Beginn des Projektes beendet und das vierte Jahr angebrochen. Am entsprechenden Jubiläums-Tag war ich sogar mit einem anderen Motiv beschäftigt. Das muss aber nicht „fehlender Respekt“ sein, sondern kann auch einfach „nicht am Projektort“ bedeuten.

Was soll man auch groß feiern? Angesichts der Pausen, anderer Motive und grundsätzlich anderer Baustellen (das ist ein Hobby – nicht Lebenszweck – und andere Dinge sind nun einmal häufig wichtiger) ist die Aussage „drei Jahre daran gearbeitet“ ohnehin nicht ganz die Wahrheit und „drei Jahre seit dem ersten Stich“ eher etwas fleischlos.

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In dieser Session wurde fein säuberlich etwas Mittelgrau durchgefädelt

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Als mentalen Ausgleich hier nun etwas Rot. Ohne viel Nachdenken einfach nur rote Fläche füllen – da ist kaum Potenziall für Fehler und so bekommt das Motiv auch wieder etwas mehr Bauch.

2014-April-Anfang

2014-April-02

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Ein helles Braun – fast schon ein dunkles Orange – klettert vom unteren Rand des Bildes nach oben.

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Das gleiche dunkle Orange – oder eher Mittelbraun – beschreitet Wege im Zentrum.

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Im Vergleich zu den restlichen Farben des Motives ist dieses sanfte Orange fast schon ein helles Gelb.

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Besagtes fast schon grelle Orange blümt nun auch unten rechts.

2014-April-03

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Quer durch das Bild fließt ein bläuliches Grau. Wie so häufig beginne ich damit in den untersten Zeilen.

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Das bläuliche Grau füllt weiter.

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Hier ist noch mehr Füllung in Blaugrau.

In diesem Foto kann man übrigens auch „schön“ erkennen, wie gewellt die Bilder werden, wenn man die entsprechende Ecke nicht gerade in den Rahmen eingespannt hat. Theoretisch könnte man das wahrscheinlich noch irgendwie wieder entzerren – beispielsweise für das Fortschrittsbild – in der Praxis lohnt das aber den Aufwand nicht.

2014-April-11

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Dunkelgrün beginnt Fläche aus der Ecke unten rechts. Ich glaube, damit ist dann die unterste Zeile des Stramins komplett mit Wolle gefüllt – manch einer mag das als „Milestone“ bezeichnen.

2014-März-Ende

2014-März-24

2014-03-24
Die nächste Farbe auf der Palette ist ein kräftiges Rot – gut geeignet für die Blumen unten links.

Wenn man ganz genau hinsieht, kann man erkennen, dass der Stramin hier in einen Rahmen eingespannt ist. Tatsächlich habe ich mir für dieses Projekt einen Quadratischen Plastikrahmen zugelegt. Die Größe passt leider nicht exakt und ich kann nicht beispielsweise links und rechts zeitgleich einspannen; stattdessen ist immer nur eine Ecke (z.B. links und unten) stabilisiert. Dennoch wird dem „Verziehen“ des Stoffes gut entgegengearbeitet.

2014-März-26

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Farbe vier auf der Palette ist ein freundliches Orange – ebenfalls in den Blumen vertreten.

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Nicht direkt folgend auf der seitlichen Palette, aber sinnvoll für die unterste Zeile: Dunkles Grün

2014-März-31

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Die ersten Spuren eines Mittelbrauns. Dieses Mal folge ich wieder der Palettenreihenfolge.

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Besagtes Mittelbraun schlängelt sich nach oben.

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In diesem Teil des Daches mag man sogar fast von „Füllung“ sprechen.

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Aber nach einer kurzen Bewegung in Richtung des Zentrums bricht Mittelbraun erst einmal ab.

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Helleres Grün pixelt sich in die Blumen.

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Helleres Grün fließt die untere Zeile entlang

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In dieser Session endet Helleres Grün mit den ersten Ansätzen einer eigenen Fläche.

2014-März-12

Eigentlich wollte ich ja nicht. Eigentlich hatte ich mir gesagt: „Wenn der doofe Gobelin fertig ist, dann wird dafür kein neuer begonnen“. Was ist nochmal die Definition einer Sucht?

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Dieses Set habe ich einmal auf dem Trödelmarkt erstanden. Ich habe absolut keine Hoffnung, dass ich hierzu noch die Firma erreichen oder gar eine Pixelvorlage bekommen kann. Auf der anderen Seite scheint mir der Stramin auch deutlich weniger quer bedruckt zu sein als der bei den Aldi-Aktionen. Nicht zuletzt habe ich ja beschlossen, im Zweifelsfalle einfach meine Nase entscheiden zu lassen. Das wird hier wahrscheinlich doch ab und an nötig sein, aber voraussichtlich nicht ganz so böse.

Die unterste Farbe in der Palette (es gibt an der Seite wieder die Palette, um mit Wolle zu indizieren) war dunkelbraun und der erste Stich unten links war ebenfalls dunkelbraun. Damit sehe ich das ausreichend gerechtfertigt, mit Dunkelbraun zu beginnen.

Der Versuch, den Stramin in einen Stickring einzuspannen, ist hier übrigens auch wieder sehr schnell fehlgeschlagen.

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Leider ist Dunkelbraun insbesondere in der Startecke sehr verteilt. Hier habe ich dann doch nicht lange Strecken auf der Rückseite gezogen, sondern artig abgeschnitten und an der nächsten Stelle neu begonnen.

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Damit gibt es dann mehrere Fortschrittsbilder für weniger Fortschritt.

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Immerhin habe ich für meine „Fortschrittverfolgung mit vielen GIMP-Layern“ sehr früh den unteren Rand komplett. Wie fast jeder von Puzzlen kennt, ist der äußere Rahmen ein sehr wichtiger Schritt.

Positiv kommt hier dazu, dass die Bilder gut herangezoomt sind und dass damit das Problem „Flexibilät des Stramins“ nicht so extrem in verzerrten Bildern resultiert.

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Fein säuberlich füllen sich die ersten Blumen im Vordergrund.

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Auch am linken Rand gibt es ein paar Blumen zu füllen – für linke Ränder gilt das gleiche wie für die unterste Zeile.

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Es gibt auch schon die ersten Bereiche, die sich durch das Bild schlängeln.

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Die zweitunterste Farbe in der Palette war dann das helle Grün und so wurde auch selbiges in der Startecke gut ausgefüllt.

2014-März-11

Nachdem ich nun den größeren Stickring frei hatte, wollte ich ihn einmal für mein Hauptprojekt ausprobieren.

Ergebnis dieses Experimentes: Es klappt einfach nicht. Die dicke Wolle und der Stramin machen die Arbeit mit einem Ring einfach unmöglich. Das ist noch nicht einmal eine Frage des Ringdurchmessers: Die Fixierschraube ist einfach nicht lang genug – und selbst, wenn man trickst, tustcht die Wollte irgendwann wieder aus dem Ring heraus.

Irgendwann muss ich nochmal anderes Werkzeug zur Straminstrammung ausprobieren. Dieses Bild wird aber weiterhin „freihändig“ gemacht.

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Dennoch hatte ich Bild und den dunkelgrauen Faden (naja, eher dunkelbraun) und das sollte nicht verschwendet sein.

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Auch auf der rechten Seite wird damit wieder etwas Füllung erreicht.

2014-März-08

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Der braune Gobelin war zu Ende – naja,  noch ohne den schönen Holzrahmen, aber es waren keine Stiche mehr nötig. Also habe ich mal wieder diese Stick-Box in die Hand genommen. In der Anleitung eines anderen Gobelins (Spoiler: Da ist noch Vorrat, da kommt noch mehr) stand etwas von Stickrahmen und eigentlich schien mir der bisherige Stick-Ring etwas überdimensioniert für dieses Motiv.

Also hat dieses Bild nun einen kleineren Stickring – und bei der Gelegenheit wieder ein paar Stiche mehr.

2014-März-Anfang – aber auch etwas Ende

2014-Februar-26

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In diesem Bild fehlten nur noch ein paar Stiche und diese wollte ich endlich nachholen – schließlich sollte auch dieses Projekt irgendwann einmal fertig sein. Es war noch mehr als ein Faden.

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Es war auch mehr als zwei Faden Also wurde noch einmal vertagt.

2014-März-06

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Jetzt aber ist das Bild vollendet. Es gab noch etwas Überhang beim Faden und damit habe ich dann angefangen, das Bild nochmal leicht nach oben auszupolstern – für den Fall, dass das mit dem Rahmen sonst nicht gut aussieht. Ich bin allerdings nicht bis zum Ende gekommen. Entweder reicht das für den Rahmen oder ich brauche doch nochmal einen Faden für „nach dem Ende“.

Als „wirklich vollendet“ will ich dieses Projekt aber erst kennzeichnen, wenn es auch seinen Rahmen bekommen hat. Das wird noch etwas dauern.

2014-Februar-25

Dieses Jahr sah das ja sticktechnisch bislang noch nicht so ergiebig aus. Da gab es zwar das etwas verhasste Still-Leben, aber das ist eher eine Langeweile-Geschichte. Mein Traummotiv lag wieder länger brach.

Ich muss aber auch ehrlich sagen: Das, wofür ich stattdessen Zeit investiert habe, ist mir auch ein klein wenig wichtiger (berufliche Zukunft, finanzielle Verbesserung, Abschlüsse).

Ein wichtiger Teil dieses „anderen“ ist jetzt hoffentlich vorbei und so konnte ich mich auch mal wieder dem Bild widmen.

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Ich hatte mich in dieser Session dafür entschieden, wieder etwas Hellgrau einzubauen. An einigen Stellen sorgt das für den letzten Schliff. Beispielsweise wandelte das wieder die Berge herunter.

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Etwas weiter rechts gab es einen Rest-Berg, der ein paar Stiche erhielt.

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Weiter unten waren das eher nur noch Einzelstiche…

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… aber auch die muss man irgendwann mal in Angriff nehmen…

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… damit sich das Bild dem Ziel nähert.