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20130622 – Kein Richtig – Kein Falsch

2013/06/22

Es gibt Neuigkeiten vom Verbraucherservice Hofmann:

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„Empfänger unter der angegebenen Anschrift nicht zu ermitteln“. Darf ich das als ein „Nachdem sich Stickfreunde wiederholt über den schlecht bedruckten Stramin geärgert haben, ging die Firma pleite“ interpretieren?

Das heißt natürlich, dass aus der Richtung keine Hilfe mehr zu erwarten ist.

Mir hat der zurückgekommene Brief eines klar gemacht: Das ist jetzt mein Bild. Ich muss selbst entscheiden, was ich an manchen Stellen mache – und es wird auf ewig egal sein, ob das dem ursprünglichen Plan von Irgendjemandem entspricht. Es gibt kein Richtig – was heißt, dass es kein Falsch gibt – was wiederum heißt, dass ich nichts verkehrt machen kann – was mich dazu führt, dass alles richtig ist. Ich sollte mich nicht mehr damit quälen, exakt auszuklamüsern, was wohin soll. Ich kann jetzt einfach so sticken, wie es mir beliebt. Wenn ich Spaß daran habe, kann ich einmal Schweinchenrosa quer über das Bild ziehen – es kann keinem „Richtig“ widersprechen.

Da ich die Vorlage komplett übersticke, wird nie jemand kontrollieren können, wo ich mich einen Dreck um sie geschert habe. Ich denke da insbesondere an die ersten beiden Gobelins (Projekt 03 und 04), die – eigentlich – die gleiche Vorlage haben (obwohl unterschiedlich auf den Stramin gedruckt), aber doch leicht unterschiedlich sind. Keines von den Endresultaten sieht falscher aus als das Andere. Beide sind richtig. Beide sind schön.

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Grün – oder „einer der sieben stellenweise nur leicht unterschiedlichen Grüntöne“. Nachdem mich der Brief von jeglicher Verantwortung freigesprochen hat, habe ich hier auch sehr großzügig einige Felder mitgenommen, die möglicherweise anders geplant waren. Jetzt sind sie dicht und ich muss mich nie wieder um sie kümmern.

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Für einen Moment hatte ich das Gefühl, die beiden Graustufen links auf dem Stramin auseinanderhalten zu können. Vielleicht war es der Alkohol; vielleicht stand die Sonne im exakt richtigen Winkel. Also habe ich dann auch links den dunkleren Bereich gefüllt.

Dabei habe ich auch festgestellt, dass das hellere Grau daneben (im Mittelteil) wahrscheinlich auch dunkel sein sollte – aber das darf mir ja jetzt an meinem Hinterteil vorbei gehen.

Auf dem Foto mag das so aussehen, als ob links (vom orangenen Stich) stellenweise zwei unterschiedliche Wollsorten verstickt wurden. Das wurden sie nicht. Auf dem Foto mag das auch so aussehen, als ob weiter oben (bei der Nadel) nochmal zwei unterschiedliche Graustufen genutzt werden sollten. Auch hier täuscht der Schein.

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